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Pressespiegel

24 | 06 | 2010

Familien stark machen

BURBACH-HOLZHAUSEN  Blau-Kreuz-Ferienstätte hatte Besuch aus der Bundeshauptstadt
Siegener Zeitung

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    Begeistert von der Familienferienstätte des Blauen Kreuzes in Burbach-Holzhausen (v. l:) Hausleiter Harald Zwingelberg, der heimische Bundestagsabgeordnete Willi Brase, Gabriele Lösekrug-Möller (Bundes-Arge Familienerholung) und Blaukreuz-Geschäftsführer Reinhard Jahn. Foto: ciu
    Es gibt sie an der Ostsee, an der Nordsee, im Erzgebirge und am Alpenrand - und auch mitten in Deutschland: Ferienstätten, die in erster Linie der Familienerholung dienen. Über 120 solcher Häuser bündeln sich unter dem Dach der Bundesarbeitsgemeinschaft Familienerholung, die seit Januar eine neue Vorsitzende hat, die niedersächsische Bundestagsabgeordnete Gabriele Lösekrug-Möller. Weil sie wissen will, was sie in Berlin koordiniert, hat sie sich entschlossen, auf sechs Bereisungen 40 der Familienferienstätten im Land kennenzulernen. Die erste, die sie jetzt besuchte, war die Familienferienstätte Holzhausen, das Tagungszentrum des Blauen Kreuzes in Deutschland.
    „Hier ist jeder willkommen", sagte Gabriele Lösekrug-Möller auf die Frage, was denn ihr erster Eindruck von diesem Haus gewesen sei. Der Gast könne sich entscheiden, ob er die Gemeinschaft mit anderen nutzen oder sich Zeiten des Rückzugs und Nachdenkens gönnen möchte. „Die Gelegenheiten sind jeweils da." Sie selbst habe es als besonders wohltuend empfunden, mit der Unterquerung der Eisenbahn auf dem Weg zum Haus gewissermaßen in einer anderen Welt anzukommen. Der Tunnel am Anfang der Blau-Kreuz-Heim-Straße markiere eine Stelle, „die symbolisch den Alltag vom Besonderen trennt".
    Wichtig ist der Arge-Vorsitzenden, die zugleich Vorsitzende der ev. Familienerholung im Diakonischen Werk der Ev. Kirche in Deutschland ist, Angebote zu stärken, die Familien tatsächlich Erholung bringen - und das jenseits des All-Inclusive-Tourismus. Urlaubszeit sei für Familien kostbare Zeit; Zeit zum Teilen, Zeit, die sinnvoll und tragfähig gefüllt werden kann. Genauso bunt wie Familien heute seien, müsse das Angebot letztlich auch sein, so Lösekrug-Möller.
    In Holzhausen traf sie auf ein Haus mit einer besonderen Ausrichtung, denn die Familienferienstätte des Blauen Kreuzes, das machten Hausleiter Harald Zwingelberg und Bundesgeschäftsführer Reinhard Jahn deutlich, füllt sich zu einem großen Teil mit Menschen (Mitarbeitenden, Hilfe- und Erholungsuchenden) aus dem Umfeld der Suchthilfe. 1100 Selbsthilfegruppen des Blauen Kreuzes gibt es in Deutschland, rund 2200 ehrenamtliche Mitarbeiter engagieren sich hier und lassen sich (auch) in Holzhausen aus- und weiterbilden. Dazu kommen Begegnungsfreizeiten und thematische Seminare, die Menschen helfen können, ihren Alltag sinnvoll und innerlich gestärkt zu bewältigen. Und da im Blauen Kreuz die Suchthilfe (hier geht es im wesentlichen um Alkohol-, aber auch Tabletten- und Mehrfachabhängigkeit) auf der Grundlage des biblischen Gottes- und Menschenbildes geschieht, hat die geistliche Zurüstung einen vergleichsweise hohen Stellenwert im Programm der Ferienstätte. Wie erfolgreich Harald Zwingelberg und sein Team arbeiten, belegen die Zahlen, die der Hausleiter Gabriele Lösekrug-Möller, ihrer Mitarbeiterin Heide Beckord und dem heimischen Bundestagsabgeordneten Willi Brase (SPD) präsentierte. 2009 übernachteten 18 880 Gäste in der Blaukreuz-Ferienstätte, was einer Auslastung von 70,1 Prozent entspricht. Seit 1963 besteht das Haus; in den Jahren 1992-94 wurde es mit Fördermitteln aus Bund und Land mit über 2,1 Mill. DM umfassend saniert. Ein Wunsch der Arge-Vorsitzenden an die Entscheider in Berlin war es, dass auch künftig Bundesmittel für die Investition in Familienferienstätten eingesetzt werden; ein anderer Wunsch bezog sich darauf, in der Jugendhilfegesetzgebung den suchtpräventiven Ansatz stärker zu berücksichtigen. Wenn Häuser wie dieses Familien stärken können, mache das Kinder stark - „und das ist die beste Prävention". Was Lösekrug-Möller und Brase gleichfalls mit in die Bundeshauptstadt nehmen wollten, war die Bitte an die Länder, die sogenannte „Förderkulisse" zu vereinfachen. Die Länder förderten unterschiedlich, was das Zuschussverfahren kompliziert und unübersichtlich mache. - Einen Überblick über die Ferienstätten der Bundesarbeitsgemeinschaft und auch über Förderrichtlinien gibt der Katalog „Urlaub mit der Familie" (www.urlaub-mit-der-familie.de).

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