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Pressespiegel

01 | 06 | 2010

Viel Respekt und großes Bedauern

Reaktionen auf Bundespräsidenten-Rücktritt
Westfalenpost; Westfälische Rundschau

  • Der überraschende Rücktritt von Bundespräsident Horst Köhler hat bei heimischen Vertretern von Politik und Wirtschaft überwiegend für Bedauern gesorgt.
    „Den Schritt bedauere ich sehr, weil ich seine Arbeit geschätzt habe", betont der CDU-Kreisvorsitzende und Bundestagsabgeordnete Volkmar Klein. Er habe in toller Art und Weise eine Verbindung zwischen international anerkannter Kompetenz und persönlich menschlicher Zuwendung gefunden. „Allerdings schützt auch diese Verbindung nicht vor Dünnhäutigkeit", so Klein. Sonst hätte der Präsident mit „gelegentlicher Kritik umgehen können."
    „Ich bin fassungslos. Das ist ein Novum in der Bundesrepublik", kommentiert die FDP-Bundestagsabgeordnete Helga Daub den Schritt. Der Rücktritt sei auch deshalb schon bedauerlich, weil er sich oft auch unbequem ins Tagesgeschäft eingemischt habe. Auch sie bedauert die Dünnhäutigkeit. Schließlich habe Köhler nicht viel anderes gesagt, als schon im Weißbuch der Bundeswehr stehe - gemeint ist der Schutz des freien und ungehinderten Welthandels.
    Genau dies greift auch Martin Gräbener, Sprecher des Kreisverbandes der Partei „Die Linke" auf. „Er hat wiederholt, was im Weißbuch steht. Die Bundeswehr ist auch dazu da, außenpolitische Interessen abzusichern." Ungewohnt sei nur die Klarheit, mit der das der Bundespräsident ausgesprochen habe. „Bisher sind die Einsätze als humanitäre Aktionen verschleiert worden."

                      „Parteipolitisches Gezänk" vermeiden

    Für den DGB-Vorsitzenden und SPD-Bundestagsabgeordneten Willi Brase ist es der richtige Schritt. Seit längerem habe es eine Debatte um seine Amtsführung gegeben, ein Teil der Mitarbeiter hat das Bundespräsidialamt verlassen, und jetzt seien noch die Äußerungen über Afghanistan hinzugekommen, listet Brase auf. „Wenn ich das zusammenfasse, war es der richtige Schritt." Köhler habe wohl das Gefühl gehabt, dass er „nicht mehr so rüber kommt, wie er das wollte". Daher sei der Rücktritt konsequent: „Dem zolle ich Respekt und Anerkennung."
    Die Wirtschaft bedauert den Rücktritt des international geachteten Wirtschaftsfachmanns: „Wir bedauern den Schritt, weil er mit wirtschaftlichem Sachverstand das Land geführt hat", erklärt IHK-Hauptgeschäftsführer Franz-Josef Mockenhaupt. „Wir werden seine klaren Debattenbeiträge zur Wirtschaftskrise vermissen." Nun gehe es darum, einen kompetenten Nachfolger zu finden. „Ich hoffe, dass das ohne parteipolitisches Gezänk gelingt."

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