Aktuell
01 | 02 | 2010
Willi Brase begrüßte erste Besuchergruppe des Jahres im Bundestag
Gespräch mit Kurs des Berufskollegs Siegen stand ganz im Zeichen der Bildung
- So hatten sich das die 21 Schülerinnen und Schüler des Kurses 82 der Fachoberschule für Sozial- und Gesundheitswesen (FOS) des Berufskollegs Siegen das vorgestellt: Nachdem sie die Chance hatten, an der Bundestagsdebatte über das zukünftige Bundeswehr-Kontingent in Afghanistan auf der Besuchertribüne des Plenarsaals teilzunehmen, diskutierten sie mit dem SPD-Bundestagsabgeordneten Willi Brase im Anschluss über Studiengebühren, fehlende Ausbildungsplätze und mögliche Formen der Studienfinanzierung.
Willi Brase, Mitglied im Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung und zuständiger Berichterstatter der SPD-Bundestagsfraktion für Berufliche Bildung, freute sich sichtlich über die ausgiebige Diskussion zu diesen Themen, kämpft er doch in Berlin unter anderem für eine Anpassung des Ausbildungssystems an die heutigen Rahmenbedingungen. Er betonte, wie wichtig optimale Bildungschancen in einer globalen Wissensgesellschaft seien, um Menschen gleiche Chancen in der Gesellschaft zu ermöglichen.
„In keinem anderen Land der Welt sind die Bildungs- und Aufstiegschancen so sehr abhängig vom jeweiligen Geldbeutel wie in Deutschland. Dabei hängen sowohl die Entwicklungsmöglichkeiten jedes einzelnen in unserer Gesellschaft, als auch die ökonomischen Perspektiven Deutschlands entscheidend von der Qualität des Bildungssystems ab. Bildung ist heute eine zentrale Voraussetzung zur Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts und der wirtschaftlichen Entwicklung eines Landes – Finnland hat das bereits Ende der 1990er Jahre verstanden und bewusst für Bildung Geld in die Hand genommen. Auch in Deutschland muss Bildung ohne soziale Barrieren für alle gleichermaßen zugänglich sein. Deutschland muss mehr in Bildung investieren“, forderte der SPD-Bundestagsabgeordnete.
Ein Beispiel für mehr Investitionen ist die derzeitige Ausbildungsplatzsituation. So ist diese in vielen Regionen Deutschlands immer noch nicht befriedigend und es kann davon ausgegangen werden, dass die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise in diesem Jahr in verschiedenen Regionen sich noch teilweise sehr deutlich in den einzelnen Ausbildungsbranchen bemerkbar machen wird. Umso wichtiger wird es sein, hier frühzeitig mit gezielten Maßnahmen gegenzusteuern, um junge Menschen auch weiterhin in Ausbildung zu bringen.
„Das deutsche Bildungssystem weist aber nicht nur an dieser Stelle deutliche Defizite auf. So verstärkt es durch seine Struktur die Tendenz zu sozialer Spaltung. Zu große Teile der Bevölkerung bleiben von Bildung und dem Prozess des Lebensbegleitenden Lernens ausgeschlossen. Ein sozial gerechtes und leistungsfähiges Bildungssystem muss aber umfassende Bildung für alle sicherstellen und sich nicht nur auf eine so genannte Elite zurückziehen. Ich halte das angedachte neue Stipendienprogramm von Frau Schavan, in dem leistungsstarke Studenten 300 Euro pro Monat bekommen sollen, anstatt die Mittel gleichmäßig an bedürftige Studierende zu vergeben, für schlichtweg falsch. Wer meint, ein Stipendienprogramm, das auf Leistung als einziges ‚gerechtes’ Kriterium setzt, sei der richtige Weg zu Chancengleichheit, der irrt“, so Willi Brase.
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