Aktuell
29 | 01 | 2010
Übergangssystem von Schule in Ausbildung muss neu geordnet werden
Der SPD-Bundestagsabgeordnete Willi Brase aus Siegen-Wittgenstein debattierte im Rahmen der aktuellen Ausbildungssituation im Plenum des Deutschen Bundestages.
- Willi Brase zeigte sich verwundert, dass in den bisherigen Reden hunderttausende Jugendliche als ausbildungs- und arbeitsunfähig abgestempelt würden. Von Handwerksmeistern und Kleinbetrieben würde er solche Beschwerden nicht hören. Nach seiner Meinung müsse der Übergangsbereich von Schule in Ausbildung, in dem es bereits zahlreiche Maßnahmen gebe, endlich vernünftig nach dem Motto „Weniger ist mehr“ geordnet werden. Denn „da blicke keiner mehr durch“. Die Bundesregierung verzögere aber eine neue Organisation dieses Übergangsbereiches durch unnötige Evaluationen. Den Unternehmen und Jugendlichen bringe das allerdings nichts. Er forderte deshalb die Bundesregierung auf, „endlich einmal Gas zu geben“.
Das Übergangssystem sei vor allem regional zu betrachten. IHKs, Handwerkskammern, Gewerkschaften, Argen und viele mehr würden bereits sinnvolle Maßnahmen unternehmen. Diese müssten gebündelt werden. Er sehe allerdings die finanzielle Situation der Kommunen durch den Koalitionsvertrag von Schwarz-Gelb stark gefährdet. Die Steuerpolitik der schwarz-gelben Koalition nehme den Kommunen das Geld weg und dadurch auch der regionalen Arbeit im Bereich Bildung die finanzielle Unterstützung.
Willi Brase gab der dualen Ausbildung den Vorrang gegenüber überbetrieblichen Ausbildungsstätten. Nur die duale Ausbildung mit der Kombination aus anwendungsbezogenen Fertigkeiten und theoretischer Grundlage biete nach drei Jahren eine Beschäftigungsbefähigung sowie die Eingliederung in Geschäftsprozesse und die Einsicht in das reale wirtschaftliche Leben.
Willi Brase stellte zudem fest, dass laut Berufsbildungsbericht nicht nur Plätze für die Unversorgten fehlen, sondern auch für sogenannte Altbewerber. Die Große Koalition habe den Ausbildungsbonus auf den Weg gebracht, der damals heftig von der FDP kritisiert worden sei. Er sei nun gespannt, wie es mit dem Ausbildungsbonus weitergehe und ob neue Instrumente geschaffen würden. Wichtig wäre es, eine vernünftige Perspektive für Jugendliche zu schaffen.
Im weiteren Verlauf seiner Rede wies Willi Brase auf die mangelhafte Ausstattung in den Berufskollegs hin. Es nütze Jugendlichen nichts, wenn sie in Betrieben gut ausgebildet würden, aber in den Berufskollegs nicht genügend Lehrer vorhanden seien.
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