Aktuell
21 | 01 | 2010
NRW abgeschlagen bei der Schaffung neuer Studienplätze
Zwischenbilanz beim Hochschulpakt I
- Auf Grundlage der vorläufigen Daten des Statistischen Bundesamtes zu den Studienanfängern im Wintersemester 2009/2010 wurde dem Haushaltsausschuss im Bundestag ein Bericht zum Umsetzungsstand des Hochschulpakts I vorgelegt. Dazu erklären Ulla Burchardt, die Vorsitzende des Bildungsausschusses im Bundestag,
sowie die nordrhein-westfälischen SPD-Bildungspolitiker im Bundestag René Röspel, Willi Brase und Michael Gerdes:
Bis 2010 wollen Bund und Länder 91.000 zusätzliche Studienplätzen an den Hochschulen schaffen. Der Bund stellt dazu insgesamt 565,7 Mio. Euro im Hochschulpakt I zur Verfügung, um die Hochschulkapazitäten auszubauen und den wissenschaftlichen Nachwuchs zu fördern.
NRW hat bislang nicht einmal die Hälfte der vereinbarten Studienplätze geschaffen. Während der Bund 26.300 neue Plätze bis 2010 mitfinanzieren würde, sind von 2005 bis zum Wintersemester 2009/2010 lediglich 10.717 zusätzliche Studienplätze an Universitäten und Fachhochschulen entstanden.
Vor allem bei den Neueinschreibungen an Universitäten ist NRW weit abgeschlagen: Sie sind nur um 2,8 Prozent gestiegen, nach Sachsen der geringste Wert bundesweit. Zum Vergleich: Rheinland-Pfalz hat seine Kapazitäten um 16,5 Prozent gesteigert, Brandenburg sogar um 35,7 Prozent. Keiner der beiden Spitzenreiter erhebt
Studiengebühren.
Auch unter Einbeziehung der (kostengünstigeren) Plätze an Fachhochschulen liegt NRW vor Sachsen auf dem zweitletzten Platz. Die Fokussierung von Innovationsminister Andreas Pinkwart auf Fachhochschulen konnte damit bislang nicht überzeugen. Die hochschulpolitische Bilanz ist ein reines Armutszeugnis.
Ziel des von Bund und Ländern vereinbarten Hochschulpaktes war es, neue Studienplätze zu schaffen und damit den wissenschaftlichen Nachwuchs zu fördern und die Innovationskraft in Deutschland zu erhöhen. Für die Jahre 2011 bis 2015 haben sich Bund und Länder bereits im Juni 2009 auf eine Fortführung des Programms geeinigt.
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