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PRESSESPIEGEL:

Siegen, 09. Februar 2012

Ein Minijob bietet keine Perspektive

„Keinen Schritt weiter“ helfe das „turnusmäßig wieder auftretende Lamentieren über die mangelnde Ausbildungsreife“, findet SPD-Bundestagsabgeordneter Willi Brase, Sprecher seiner Fraktion für berufliche Bildung.
75000 Ausbildungsplätze sind unbesetzt geblieben - das sei die Bilanz des Ausbildungspaktes von Wirtschaft und Bundesregierung. „Hier lohnt sich ein Blick auf die Qualität der Ausbildung und auf die Lebens- und Arbeitsperspektiven“, erklärt Brase.
Im Hotel- und Gaststättengewerbe liegt die Abbruchquote von Ausbildungsverhältnissen bei 44 Prozent. Die abnehmende Attraktivität der Branche hänge mit den schlechten Perspektiven zusammen. Geringfügige Beschäftigung in Form eines Minijobs seien zur Normalität geworden. Im Handel sei das ähnlich.

Öffentliche Förderung

Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit schaffen weiterhin 300.000 bis 350.000 Jugendliche nicht den Sprung in die betriebliche Ausbildung. Entscheidend sei eine Begleitung der Schülerinnen und Schüler von der Schule über die Berufsorientierung und den Schulabschluss in die Berufsausbildung hinein. Diese Berufseinstiegsbegleitung soll zum Regelangebot an allen Schulen ausgebaut werden, fordert Brase.
Fortgeführt werden müsse die Einstiegsqualifizierung für schulmüde und eher praxisorientierte Jugendliche mit individuellem Förderbedarf. „Zur Deckung des Fachkräftebedarfs müssen auch sie nachhaltig qualifiziert werden.“ Jugendliche, die erfolglos nach einem Ausbildungsplatz gesucht haben, sollen einen öffentlich geförderten Ausbildungsplatz erhalten. Nachzudenken sei auch über Branchenfonds zur Erstausbildung und Weiterqualifizierung.

-Westfälische Rundschau; Westfalenpost-