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PRESSEMITTEILUNG:

23. Januar 2012

Die Entwicklung der ländlichen Räume muss vor Ort gestaltet werden

Zur Verabschiedung des Fortschrittsberichts der Bundesregierung zur Entwicklung ländlicher Räume durch das Bundeskabinett erklärt der SPD-Bundestagsabgeordnete Willi Brase aus Siegen-Wittgenstein: „In dem Fortschrittsbericht wurden drei zentrale Handlungsfelder zur Entwicklung ländlicher Räume identifiziert, allerdings ist dabei der namengebende Fortschritt nicht zu erkennen. Auch bei der Befragung der Bundesregierung im Deutschen Bundestag konnte die zuständige Bundesministerin Ilse Aigner auf zentrale Fragestellungen u. a. im Bereich Wirtschaft und Arbeit keine Antwort geben.

Laut einer Untersuchung des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts ist in den ländlichen Regionen eine Zunahme von atypischen Beschäftigungsverhältnissen zu verzeichnen. In manchen Gebieten machen Leiharbeit, Minijobs und Teilzeitarbeit mittlerweile fast die Hälfte der Beschäftigungsverhältnisse aus. Das sind zum Beispiel für meinen heimischen Wahlkreis Siegen-Wittgenstein bis zu 40 Prozent. Hier sind besonders Frauen häufig die Leidtragenden. Männer verdienen im Schnitt weiterhin bis zu 23 Prozent mehr als Frauen, in einigen ländlichen Regionen liegt die Entgeltdifferenz sogar bei bis zu 30 Prozent. Als Antwort verweist die Bundesministerin lediglich darauf, dass derzeit 41,3 Millionen Menschen in Beschäftigung sind – über die Qualität der Arbeit und die Höhe der Löhne sagt das nichts aus.

Für die Entwicklung der ländlichen Räume brauchen wir eine Gesamtstrategie. In ihr müssen die demographische Entwicklung in Deutschland und die jeweils unterschiedlichen wirtschaftlichen Strukturen vor Ort berücksichtigt werden. Bis 2020 werden wir zum Beispiel in einigen Landkreisen einen Bevölkerungsrückgang von bis zu 20 Prozent verzeichnen. Ich setze mich für die Gestaltung einer nachhaltigen und zukunftsorientierten Industriepolitik auch in meiner Heimat ein. Vor Ort müssen die relevanten Faktoren herausgearbeitet werden, die unter der Beachtung der lokalen Unterschiede für den Erhalt und die Schaffung von Arbeitsplätzen ausschlaggebend sind. Dabei spielen die Qualifizierung der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Sinne von Guter Arbeit zum Erhalt der Beschäftigungsfähigkeit und die Ausbildung junger Menschen eine tragende Rolle. So erhalten die Menschen eine vernünftige Lebens- und Arbeitsperspektive und können zur Wertschöpfung in ihrer Region beitragen. Ausschlaggebend ist weiterhin eine Diversifizierung der örtlichen Wirtschaftsstruktur. Je vielfältiger das Angebot an verschiedenen Branchen ist, desto weniger anfällig ist eine Region gegenüber strukturellen und konjunkturellen Krisen oder saisonalen Schwankungen.“