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Gute Ausbildung

Über 60 Prozent der jungen Menschen beginnen jährlich eine duale Berufsausbildung. Damit ist sie ein zentraler Baustein der Fachkräfteausbildung in Deutschland und der Garant für die Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft.

Die Jugendlichen absolvieren ihre duale Ausbildung in Betrieb und Berufsschule. Durch das im Arbeitsprozess integrierte Lernen haben sie nach dem erfolgreichen Abschluss die volle Berufsfähigkeit erlangt. Damit erhalten sie eine Lebens- und Arbeitsperspektive.

Die abgeschlosse Berufsausbildung bietet attraktive und zukunftsfeste Berufsbilder und eröffnet Karriereperspektiven, in denen ein Aufstieg zum Meister, Techniker oder Fachwirt und zunehmend auch direkt zur Hochschule möglich ist.

Mir ist wichtig, dass dieses „ganzheitliche“ Berufsprinzip der dualen Ausbildung erhalten bleibt. Eine „Zerstückelung“ in einzelne Ausbildungsbausteine lehne ich ab. Denn hier würde nicht nur massiv die Qualität der Ausbildung leiden, sondern auch lohnpolitisch hätte eine solche „Modularisierung“ für die Auszubildenden gravierende Folgen.

Große Probleme bestehen im Übergang zwischen Schule und Beruf. Während man bundesweit in den Medien lesen kann, dass es besonders aufgrund der demographischen Entwicklung mehr freie Ausbildungsplätze als Suchende gibt – sich die Situation auf dem Ausbildungsmarkt von Jahr zu Jahr verbessert – muss man einen Blick hinter die Kulissen werfen. Tausende Jugendliche absolvieren aufgrund angeblich mangelnder Ausbildungsreife in Übergangssystemen eine Maßnahme nach der anderen. Hier ist es zum Beispiel wichtig, dass die Berufsorientierung im Sinne einer Berufswegeplanung bereits ab den 7. Klassen in den Schulen fest etabliert wird, damit die Schülerinnen und Schüler ihre Interessen und Stärken erkennen. Auch setze ich mich in diesem Zusammenhang für einen gesetzlichen Anspruch auf einen Ausbildungsplatz ein.

Eine weitere Schwelle ist der Übergang von der Ausbildung ins Berufsleben. Für mich ist entscheidend, dass einer guten Ausbildung auch gute Arbeit folgt. Nach dem DGB- Ausbildungsreport 2011 wollen 55,3 Prozent der Befragten nach Abschluss ihrer Ausbildung weiter in dem Beruf tätig bleiben. Allerdings konnte erst ein Viertel von ihnen schon sicher sagen, dass sie von ihrem Ausbildungsbetrieb übernommen werden. Durch den wirtschaftlichen Erholung ist diese Zahl zwar höher als 2010 – eine sichere Zukunftsperspektive sieht aber anders aus. Hier sind die Unternehmen aufgefordert, ihr Personalpolitik zu überdenken.


Dokumente:
Modularisierung in der Beruflichen Bildung?
DGB-Ausbildungsreport 2011
Junge Menschen fördern - Ausbildung sichern
Sicherung des Fachkräftebedarfs
Weiterentwicklung der europäischen Berufsbildungspolitik